Eine „Alte Messe“ für die Pfarrgruppe

 

„Ich möchte die lateinische Messe aus der Schmuddelecke herausholen“, sagt Pfarrer Jolie, seit 1997 Pfarrer in St. Michael / Nieder-Ramstadt. „Einen Versuch ist es wert.“

 

Die Rede ist von der sogenannten „tridentinischen Messe“, die in der katholischen Kirche bis in die sechziger Jahre weltweit gefeiert wurde – in Latein, der Priester mit dem Rücken zum Volk. „Der Papst hat diese Messe vor drei Jahren rehabilitiert, und besonders junge Leute interessieren sich dafür“, so Jolie.


Er selbst schätze an dieser Messform, weil sie den Sinn für die Ehrfurcht und das Sakrale stärker fördere. „Wir feiern diese Messe in St. Michael seit zwei Jahren jeden Samstag früh“, so Jolie. „Nun machen wir ein Experiment und gehen auf einen Sonntag. Die Leute sollen wissen, dass sie nichts Böses tun, wenn sie sich für diese Form interessieren.“

 

Während eines Besuchs von Weihbischof Guballa vor einigen Wochen habe er ein intensives Gespräch über die Frage der Alten Messe geführt, so der Pfarrer, der seit 2006 die vier Pfarreien Nieder- und Ober-Ramstadt sowie Modau und Roßdorf-Gundernhausen leitet. „Hier in der Region gibt es Gottesdienste für Jugendliche, für Familien, für Verliebte und mittlerweile auch für Geschiedene. Warum soll es nicht auch eine Messe für Liebhaber der latenischen Form geben“, so habe er den Personalchef der Diözese gefragt. Der Generalvikar der Diözese habe ihn mittlerweile gebeten, über die Erfahrungen mit der Alten Messe regelmäßig Bericht zu erstatten. „Was wir hier machen, geschieht natürlich in Abstimmung mit Mainz“, so Jolie.

 

Alle vier Wochen werde es ab Februar eine alte Messe geben: „Nachmittags, selbstverständlich als zusätzliches Angebot. Wir wollen niemanden überfahren“, so Jolie. Aber das Interesse sei da.